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Reiseberichte
Dänische Südseeinseln - 25.08. bis 01.09.2007
Nach diversen Touren durch die Bretagne und somit auch wieder Frankreich wurde es Zeit, auch mal etwas anderes auszuprobieren. Während unseres 2006er Urlaubs auf der Insel Langeland habe ich feststellen können, das die Inselwelt der südlichen Ostsee ein ideales Radfahrgebiet ist. So plante ich meine diesjährige Tour für Ende August, mit dem Wissen und der Hoffnung, noch von einem ansprechendem Radfahrwetter begleitet zu werden. Leider hatte ich hier die Rechnung ohne den Wirt gemacht.

Noch am Ankunftstag besserte sich das trübe Wetter zusehends, und ich hatte Gelegenheit, den Leuchtturm Kegnæs auf der Halbinsel Als zu besichtigen. Bei gutem Wetter kann man vom südlichsten Teil dieser gleichnamigen Halbinsel Kegnæs den Leuchtturm Kalkgrund in der Flensburger Förde sehen.
Mein Auto stellte ich auf einem Campingplatz nahe des Leuchtturms Gammel Pøl ab. Nur einige hundert Meter waren es von Campingplatz zum Leuchtturm. So konnte ich bei immer noch wechselhaften Wetterbedingungen den optimalen Zeitpunkt zum fotografieren abwarten.

1. Tag 25.08.07: Mommark – Ærø – Bagenkop [77 km]
Nach einer feuchten Nacht und einem letzten kleinen Schauer auf dem Weg vom Campingplatz zur Fähre in Mommark erwartet mich ein fast idealer Tag zum Radfahren. Allerdings deutet sich schon früh an, das mir der kräftige Wind noch Probleme bereiten würde. Doch dazu später. Während der Überfahrt passiert die Fähre sehr nahe den westlichsten Punkt der Insel Ærø. So habe ich eine fantastische Sicht auf Skjoldnæs Fyr, das sich auf einem Golfplatz befindet. Mit einigen hervorragende Aufnahmen mit dem Teleobjektiv kann ich es mir sparen, extra des Leuchtturms wegen die sechs Kilometer Umweg über den Westen der Insel zu machen. In Søby angekommen, fahre ich auf dem ausgeschilderten Radweg Nr. 90 über Æroskøbing nach Murtal. Auf einsamen Sträßchen, speziellen Radwegen oder auch gut befestigten Schotterwegen, teilweise direkt entlang des Ostseeufers, immer mit einer steifen Briese im Rücken, komme ich sehr gut voran. Æroskøbing ist eine sehr gut erhaltene mittelalterliche Stadt. Sie wurde um 1250 gegründet. Sehenwert sind immer noch die zahlreichen Fachwerkhäuser und kleine gepflegte farbenprächtige Häuser mit geschnitzten Türen und Figuren.
Aero
Ab Æroskøbing nennt sich der Radweg die Nr. 92. Das Leben spielt sich um diese Jahreszeit fast nur noch in den Hauptorten Søby, Æroskøbing und Murtal ab. Enge Gassen, größtenteils aus Kopfsteinpflaster, und kleine Geschäfte prägen die Stadtbilder. Am Hafen befinden sich Kaffees und kleine Imbissbuden. In Murtal angekommen, kann ich fast ohne Unterbrechung mit der nächsten Autofähre nach Rudkøbing auf Langeland hinüber setzen. Seit meinem letzten Besuch in Rudkøbing hat sich so manches getan. Die Baustelle im Zentrum Rudkøbings aus dem letzten Jahr ist Vergangenheit. Die neu gepflasterte Fußgängerzone strahlt in einem neuen Gewand.
Mehrere Kleine Cafes säumen nun das Strassenbild. Aber ich habe noch ca. 35 Kilometer vorm mir und so folge ich ab Rudkøbing dem Radweg Nr. 80 nach Bagenkop. Auch dieser Radweg führt mich auf einsamen Strassen in die verwegensten Winkel dieser Insel. Entlang einiger Windmühlen, alten Steingräbern oder sehenswerten Kirchen gelange ich schließlich nach Bagenkop, dem Ziel meiner ersten Etappe. In dem kleinen Hafenstädtchen ist selbst Ende August kein Leben mehr zu spüren.
Aero
Nur einige Segler, die den Hafen vor Sonnenuntergang noch erreicht haben, bringen wieder etwas Leben ins Spiel. Ich wollte es zunächst nicht wahr haben, aber übernachten muß ich auf einem Campingplatz gleich neben einer Baustelle. Eine riesige Plane, die ein unfertiges Häuserdach abdeckt, flattert lautstark im Wind. Ist wohl nur noch eine Frage der Zeit, wann die Plane einreißt. Ach ja: der Wind hat seit längerem kräftig zugelegt, dies habe ich bereits auf den vergangenen 35 Kilometern seit Rudkøbing gemerkt. Nun habe ich Mühe beim Aufbauen des Zeltes. Leider finde ich auf dem Campingplatz keine windgeschützte Stelle. Dafür aber einen Sonnenuntergang gratis!

2. Tag 26.08.07: Bagenkop – Svendborg – Abyskov [70 km]
Der heutige zweite Tag beginnt, wie der gestrige endete: sonnig und stürmisch (und die Plane hat wirklich gehalten!). Bis ich Kjeldsnor Fyr besichtigt habe und zwar mit Rückenwind. Der Leuchtturm erstrahlt nach dem letztjährigen Neuanstrich in einem völlig neuen Licht. Das Wetter ändert sich schlagartig. Das der Wind von vorne kommt, ist nichts neues, aber warum ist der auf einmal so naß? Plötzlich verschwindet die Sonne hinter grauen Regenwolken und der Wind peitscht mir den Nieselregen derb ins Gesicht. Kurzfristig beschließe ich, die kürzere Strecke entlang der Hauptstrasse nach Rudkøbing zu nehmen. Unter anderem entdecke ich kurz hinter Humble endlich das Grab von König Kong. Dieses Grab habe ich im vergangenen Jahr schon vergebens gewsucht. Es ist immerhin das größte und mächtigste Hügelgrab auf der Insel.
Auch Rudkøbing durchfahre ich im Fluge und komme nun zu einem richtigen Highlight. Ich überquere mit dem Rad die Brücke, die den Langeland Bælt überspannt. Der Wind kommt nun direkt von vorne und ich muss sogar die steile Abfahrt von der Brücke hinunter in die Pedalen treten. Es folgen schlimme 15 Kilometer nach Svendborg. Sonne und Regen wechseln sich im Minutentakt ab, immer untermahlt mit einer deftigen Priese Gegenwind und vielen LKW’s.
Da ich in Rudkøbing die Insel Langeland bereits wieder verlasse, komme ich nicht mehr dazu, den Leuchttürmen im nördlichen Teil der Insel einen Besuch abzustatten. So bleibt die Erinnerung aus dem vergangenen Jahr an die Leuchttürme Traneker, Lohals, Frankeklint und Hov.
Svendborg
In Svendborg angekommen, gönne ich mir ein Softeis und am Hafen ein leckeres Fischmenü; Calamaris mit Salat und Pommes, typisch dänisch. Es folgt mit schwerem Magen das letzte Teilstück nach Abyskov, welches mich bei sehr gutem Wetter auf befestigten Waldwegen und einer einsamen Uferstrasse zum Ziel führt. Die Dame an der Rezeption des Campingplatzes machte den Eindruck, als wäre sie mit dem Erscheinen eines ausländischen Campinggastes völlig überfordert. Wir konnten uns weder in deutscher noch englischer Sprache unterhalten, selbst die dänische Sprache schien ihr kurzfristig entfallen zu sein.

3. Tag 27.08.07: Abyskov – Nyborg [55 km]
Der Nachmittag in Abyskov überraschte mich mit einer Stunde Dauerregen und einem kräftigen Wind. Heute morgen strahlt die Sonne jedoch von einem wolkenlosen blauen Himmel, dabei ein kühler Westwind.
Die heutige Etappe führt mich in den Süden Fünens. Die Landschaft wird geprägt durch viele kleine Dörfer mit Reetgedeckten Hausdächern, riesigen Schlössern und Herrensitzen. Kurz hinter Abyskov erreiche ich die Ortschaft Elsehoved. Hier habe ich noch eine Rechnung vom vergangenen Jahr offen, der gleichnamige Leuchtturm Elsehoved, den ich wegen zu vieler Umwege über Felder und dichtes Gestrüpp nicht erreichen konnte. Schön und beschaulich steht er am schlecht zugänglichen Ostseeufer. Sehr ländlich ist die Gegend bis Nyborg, nur wenige Highlights. Hier und da erhasche ich einen Blick auf die Brücke, die den Großen Baelt überspannt. Aber von weitem hat man noch keine Vorstellung über die riesigen Ausmaße dieses gewaltigen Bauwerks.
Baelt
In Nyborg angekommen erwarten mich eine schöne Überraschung, denn am Yachthafen befindet sich ein Molefeuer, welches ich bislang nicht kenne. Schnell ist ein Foto gemacht. Nun geht es aber zunächst einmal nach Knudshoved, denn hier befindet sich ein weiterer Leuchtturm der Kategorie "offenen Rechnungen". Der Fyrvej führt mich zu einer Art Hotel, der Übersetzung nach müsste sich hier ein Standpunkt der dänischen Handball Nationalmannschaft befinden. Ich lasse mein bepacktes Rad bedenkenlos stehen und lege die letzten 150 Meter durch einen kleinen Wald zu Fuß zurück. Hier stehen nun auf einer kleinen Anhöhe Knudshoved Fyr, mit dem nachgebauten Wippfeuer.

Holkenhavn-Nyborg
Der Campingplatz befindet sich direkt auf der gegenüberliegenden Seite der Brücke, also zurück, die Autobahn überqueren und auf der anderen Seite wieder zum Meer. Vom Zeltplatz aus hat man einen hervorragenden Blick auf die Brücke, die vorbei- und vor allem darunter her fahrenden Schiffe. Besonders zu erwähnen ist, dass der Campingplatz einen richtig großen Sandstrand besitzt.
Eine Besonderheit dänischer Campingplätze ist, die Campingplätze besitzen in der Regel alle einen Raum, in dem kostenlos Gas zum kochen zur Verfügung gestellt wird.

4. Tag 28.08.07: Nyborg – Odense – Hasmark [77 km]
Das Wetter entscheidet sich heute Morgen noch einmal für Sonnenschein und Gegenwind. Auch auf dieser Etappe erwarten mich wieder kleine verträumte Bauerndörfer und kleine Hafenstädtchen.
Bis Odense verläuft die Route zumeist auf abgelegenen Wegen. Kurz vor Odense verliere ich nur kurz die Orientierung, jedoch lange genug, um den Radweg nicht mehr zu finden. So fahre ich auf einem anderen Radweg entlang der Hauptstrasse in die Stadt hinein und stoße in der Nähe des Hafens wieder auf den Radweg. Der Radweg in der Stadt ist sehr gut ausgeschildert und so gelange ich nach kurzer Zeit auf den Radweg Nr. 30. Er verläuft die kommenden 10 Kilometer auf einer Schotterpiste parallel zum Odense-Kanal. Ab Klintebjerg folge ich dem Weg wieder über einige Dörfer zur Küste bei Enebærodde.
Hasmark
Ab hier fahre ich einige Kilometer entlang einer noblen Ferienhaussiedlung, bis ich schließlich den Campingplatz in Hasmark Strand erreiche. Hier ist, wie fast überall um diese Jahreszeit bereits der Hund begraben. Immerhin gibt es im Innenhof der Campingeinrichtungen neben einem kleinen Supermarkt auch ein Restaurant und eine Bar. Die hat zwar erst ab 16.00 Uhr geöffnet, aber immerhin kann ich mir eine Tasse Kaffee gönnen.
Für den morgigen Tag habe ich einen Ausflug zum Leuchtturm Enebærodde geplant. So hoffe ich, dass das Wetter mitspielt. Aber schon am späten Nachmittag und am Abend fallen die ersten Regentropfen.

5. Tag 29.08.07: Hasmark – Enebærodde – Otterup – Hasmark [31 km]
Das Wetter spielte nicht mit, und zwar am Nachmittag noch weniger wie am Vormittag schon. Aber auf den Vormittag kam es ja an. So fahre ich sehr zeitig, in Erwartung einer größeren Menge Regen, zum Leuchtturm Enebærodde auf die gleichnamige Halbinsel. Über eine holprige und steinige Piste geht es über Wiesen und kleines Gebüsch zum Leuchtturm an die äußerste Spitze der Halbinsel. Der Leuchtturm markiert quasi die Einfahrt in den Odense Fjord. Zudem wird auf der Insel ein Naturprojekt verfolgt, somit darf man die Halbinsel nur zu Fuß oder mit dem Rad betreten. Die Halbinsel steht unter Naturschutz. Um das Verschwinden der Natur zu verhindern, plegt der Kreis Fünen die Heide und die Strandwiesen durch mähen und das weiden der Schafe. Das Meer hat in den vergangenen 7000 Jahren diese Landzunge gebildet. Am Ufer kann man sehr deutlich sehen, wie sich Sand, Kies und Steine in den Schichten abgelagert haben. Zum Kattegat hin ist die Küste steinig, dagegen ist das Ufer zum Odense-Fjord schlammig und seicht. In dem flachen Wasser gedeihen Pflanzen und Kleintiere, eine ideale Speisekammer für Sumpfvögel. Zu meinem großen Pech wird der Leuchtturm von einer Herde freilaufender Highlandrinder bewacht. Somit kann ich rund um den Leuchtturm nicht frei laufen. Der Regen wird nun kräftiger und so beschließe ich, in die nahe Stadt Otterup zu fahren. Ich erhoffe mir, dass ich hier Geld abheben kann und diverse Lebensmittel kaufen kann, ja sogar vielleicht ein Cafe finde. Zumindest die ersten beiden Sachen funktionieren. Dafür wird aus den paar Tröpfchen zu Beginn des Tages ein kräftiger Dauerregen, der mir bis zum Ende der Tour zu schaffen machen wird. Aber das weiß ich zum Glück heute noch nicht! Völlig durchnässt erreiche ich gegen 17.00 Uhr den Campingplatz wieder und begebe mich zum trocknen erst einmal ins Cafe. Habe ich eigentlich erwähnt, dass sich in Nyborg die Länge meines Zeltes um das Zwischenstück reduziert hat? Nein? Eine der drei Alustangen war gebrochen und so konnte ich das Zelt nur noch ohne Zwischenstück aufbauen. Der Platz im Vorraum hat sich dadurch drastisch reduziert – und das bei all den nassen Sachen!

Strib Yachthafen
6. Tag 30.08.07: Hasmark – Strib [74 km]
Ganz klar, die Klimakatastrophe hat auch in Dänemark Einzug gehalten. Nach dem gestrigen völlig verregneten Tag regnete es heute ebenso. Wettertechnisch war es einer der schwärzesten Tage in meiner Radfahrerkariere. Ich war trotz guter Regenbekleidung völlig durchnässt und mein nasses Zelt habe gar nicht mehr trocken bekommen. So sitze ich nun auf dem Campingplatz bei Strib in einer schnuckeligen Holzhütte und schreibe meine Memoarien. Diese Hütten sind gar nicht mahl schlecht. Eigentlich für vier Personen gedacht, habe ich alleine mehr als genug Platz.
Lediglich Dusche und WC liegen einige Meter weiter entfernt. Aber für 28 € will ich mal nicht meckern. Von hier aus habe ich eine tolle Aussicht auf die Hafeneinfahrt von Fredericia. Hier tuckern direkt vor meiner Nase einige der dicksten Tanker entlang. Zum Abend hin wird das Wetter endlich besser und so beschließe ich, nach Strib zu fahren um den dortigen Leuchtturm Strib Odde zu besichtigen. Der Leuchtturm steht in Strib Odde nahe der Autobahnbrücke, welche Fünen mit dem Festland verbindet. Durch die schmale Durchfahrt "Lille Bælt" fahren die riesigen Tank- und Frachtschiffe nach Fredericia. Somit ist eine Befeuerung der Fahrrinne unumgänglich. Ein tolles Licht erwartet mich gegen 18.00 Uhr beim Leuchtturm und es werden tolle Stimmungsfotos. Über die Strecke selber kann ich gar nicht viel sagen, denn bei dem Regen radelte ich nach dem Motto: Augen zu und durch. Sehr sehenswert scheint die kleine Hafenstadt Bogense mit der kleinen Fußgängerzone und den alten Fachwerkhäusern. Bei Bäring befindet sich eine langgezogene Ferienhausanlage und auch einige Campingplätze.
Während ich mich häuslich einrichte und einen Ausflug nach Strib unternehme, kann der Inhalt meiner Taschen und vor allem das Zelt ausdünsten und trocknen. Da ich in der Küche warmes Wasser habe, ergreife ich die Gelegenheit beim Schopfe, und wasche noch kurz einige Kleidungsstücke durch. Die Heizung auf 240 gestellt, kann dann alles in Ruhe über Nacht trocknen.

7. Tag 31.08.07: Strib – Helnæs [81 km]
Das Wetter ist heute morgen wie ausgewechselt. Blauer Himmel, einige Quellwolken und angenehm warm. Auch mein Gepäck hat es geschafft, über Nacht trocken zu werden. Trotz aller guten Nachrichten lege ich nach einem ausgiebigen und gemütlichen Frühstück auf der Terasse ein zügiges Fahrtempo vor, der wer weiß schon, was der Regengott heute noch für mich zu bieten hat. In Middelfahrt, der nächstgrößeren Stadt nach Strib verliere ich wieder kurzfristig die Übersicht, da ein Radweg plötzlich nicht mehr ausgeschildert ist. Die mitgenommenen Karten sind zum Glück so detailliert, dass ich schnell wieder weiß, wo es vermutlich lang geht. Die heutige Strecke führt mich durch eine sehr grüne Landschaft, der Weg berührt alle paar Kilometer wieder die Küste. Auch das Licht ist heute ganz anders, manchmal könnte ich die Landschaft und das satte Grün der Wiesen mit dem aus Irland vergleichen. Ich durchquere den kleinen Ort Sandager und folge der Strasse zur Küste. In einem kleinen Waldstück passiere ich das Oberfeuer Twingsbjerg. Es steht auf einer kleinen Anhöhe, von der Strasse aus kaum zu sehen.
Gamborg
In Assens angekommen, muss ich leider auf die Abfahrt der Fähre noch über zwei Stunden warten. Bei einem kleinen Hafensnak entscheide ich mich dafür, die geplante Überfahrt nach Bagø bleiben zu lassen. Der Campingplatz ist sehr verlockend. Kurz überlege ich noch, ob ich nicht doch mein Zelt hier aufschlagen soll m dann noch pünktlich mit der Fähre übersetzen zu können, aber ein Blick an den Himmel überzeugt mich schnell davon, meine Etappenpläne zu ändern und noch schnell nach Helnæs weiter zu fahren. So kümmere ich mich nur fototechnisch um das alte Hafenfeuer und das Molefeuer, und weiter geht’s.

Helnaes
Schon wenige Kilometer nach Assens stecke ich wieder in einem dicken Regenschauer. Zum Glück ist gerade ein dicker Baum in der Nähe, der mir Unterschlupf gewährt und zum Glück ist es auch der einzige Schauer an diesem Tag. Auf Helnæs angekommen leiste ich mir auf dem Campingplatz noch einmal den Luxus einer Hütte. Diesesmal habe ich nicht so viel Glück, es ist eine etwas größere und etwas teurere Hundehütte. Dafür ist die Ausstattung des Platzes sehr gut und ich fühle mich gleich wohl. Eine Skize der Insel sagt mir, das es in der Nähe des Leuchtturms einige Hünengräber geben muß und so mache ich mich auf den Weg zum 4 Kilometer entfernten Leuchtturm Helnæs.

Helnaes Camping
Er strahlt mir mit seinem neuem Anstrich entgegen. Die gelben Blumen ergeben mit dem Leuchtturm ein prächtiges farbenfrohes Motiv ab. Die Begeisterung schlägt in völlige Ohnmacht um, als ich mir als Motiv den Leuchtturm mit einem Hügelgrab im Vordergrund aussuche. Leider sind nicht alle Gräber so einfach zu erreichen, und so beschränke ich mich auf die Besichtigung von zwei Gräbern.
Zurück am Campingplatz stärke ich mich mit einer Pizza, bevor es an den Strand geht. Hier gibt es nur dicke Kieselsteine und einige Muscheln. Vom Ufer aus kann ich bereits auf die andere Seite schauen. Ich erkenne die Fähre und Bojden, den Fährhafen. Von dort aus geht es morgen zurück nach Als.

8. Tag 01.09.07: Helnæs – Bojden – Fynshavn – Mommark [60 km]
Der heutige Tag wird dann der letzte Tag meiner diesjährigen Radtour sein. Das Experiment Radtour im Norden ist nicht ganz geglückt. Das Wetter war sehr durchwachsen, erschwerend hinzu kam, das mein Zelt nach 15 Jahren entgültig den Geist aufgab. Und auch die neue Kochausrüstung aus Edelstahl hat sich nicht bewährt. Zum Braten kann ich solch eine Ausrüstung nicht weiter empfehlen.
Aber die Etappe ist ja noch nicht beendet. Ein wenig Rückenwind versüßt mir die etwas eintönige Rückfahrt über die Halbinsel. Die Strecke verläuft wieder über einsame Strassen und Feldwege. Zum ersten Mal hat eine Etappe auch gleich mehrere kleine etwas unangenehme Steigungen vorzuweisen, wie immer natürlich mit Unterstützung der Kollegen Gegenwind. Nach nur 30 Kilometern erreiche ich Bojden, den Fährhafen. Die See ist rau, jedenfalls für hiesige Verhältnisse. Ein kräftiger Wind aus Südwest, den ich später auf Als noch spüren werde. Leider verspätet sich die Fähre um eine Stunde, die wartenden Urlauber werden nervös. Und ich würde mich gerne mit einer heißen Tasse Kaffee aufwärmen. Schließlich ist es soweit... es ist immer wieder ein erhebendes Gefühl, mit einem Schiff über das offene Meer zu fahren, wenngleich man die Strecken zwischen den Inseln nicht wirklich offenes Meer nennen kann. Und unter einer Fähre stelle ich mir natürlich auch etwas anderes vor – aber der Gedanke zählt.
Mommark
In Fynshavn angekommen, mache ich mich zuerst auf den Weg zum Leuchtturm Taksensand. Mit meiner nun sehr detaillierten Karte sollte es kein Problem mehr sein, den richtigen Weg durch den Wald zu finden. Naja, eine Straße zu spät abgebogen heißt 200 Meter am Ufer zurück zu laufen. Aber endlich habe ich auch diesen Leuchtturm abgelichtet.
Und nun heißt es noch einmal ca. 15 km gegen den kräftigen Wind anzufahren, um den Campingplatz zu erreichen. Ich erinnere mich noch an Details und so kann ich die Strecke sogar noch um 2 Kilometer abkürzen. Der letzte Tag in Dänemark geht schneller zu Ende wie gedacht, denn der Campingplatzwart
teilt mir mit, dass eine kräftige Regenfront erwartet wird. Auf diese kann ich nun wirklich verzichten. Und auch der Gedanke, nach Romø zu fahren um von dort aus mit der Fähre nach Sylt hinüber zu setzen, verflüchtigt sich spätestens, als ich mitten in dieser Regenfront drin stecke.
So also endet die Tour, quasi im Regen, so wie sie auch begonnen hat. Als Fazit kann man sagen: Die gesamte Strecke ist sehr einfach zu befahren, es gibt kaum nennenswerte Steigungen. Insgesamt ist die Infrastruktur auf den Inseln nur sehr weitflächig vorhanden. So gibt es auf dem Land kaum Möglichkeiten, sich zu verpflegen. Hin und wieder sollte man also zum Einkaufen größere Städte anfahren. Die Campingplätze sind zumeist gut ausgestattet, auch gibt es in den meisten Fällen eine Kochgelegenheit auf dem Platz. Es gibt in Dänemark leider nicht viele Campingplätze, die vorhandenen liegen jedoch immer im Bereich einer möglichen Etappe. Immer kann man sich tageweise Hütten auf den Campingplätzen mieten. In der einfachsten Ausstattung liegen diese in der Regel zwischen 25 und 30 Euro. Alternativ gibt es noch einfache Zeltplätze, die jedoch nicht immer ausgeschildert sind. Auch sind sie in der Regel sehr einfach ausgestattet.

Infos zur Tour

[nach oben] © 10.10.2007, J. Linge
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